Heute ging es für mich auf Kleingartentour durch Hannover.
Zunächst zum Kleingartenverein Feierabend in Vahrenwald, anschließend zum KGV Tannenkamp-Mecklenheide und schließlich zum KGV Steintormasch in der Nordstadt. Vor allem ging es mir darum, zuzuhören und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die ihre Gärten mit viel Zeit, Arbeit und Herzblut pflegen.
Meine Haltung ist klar: Kleingärten sind kein Bauerwartungsland. Sie sind Rückzugsorte, Orte der Naherholung und der Gemeinschaft, wichtige Grünflächen und für viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner ein Stück Zuhause. Mit mir als Oberbürgermeister werden im kommenden Jahrzehnt keine Kleingartenflächen für den Wohnungsbau aufgegeben. Im Gegenteil: wir müssen nicht nur vorhandene Flächen sichern, sondern auch neue und zusätzliche Gärten schaffen.
Eine einzige Ausnahme von diesem Grundsatz mache ich mit Blick auf den Neubau der MHH. Hier besteht eine besondere Situation. Ich stehe für die bestmögliche Gesundheitsversorgung in unserer Stadt. Und dazu gehört für mich der Neubau und eine leistungsfähige Stadtbahnanbindung des neuen Campus. Wenn hierfür Kleingartenflächen zwingend benötigt werden, muss das als Ultima Ratio möglich sein. Aber nicht bedingungslos. Sondern erst dann, wenn zuvor geeignete Ersatzflächen bezugsbereit zur Verfügung stehen.
Vor allem müssen jetzt endlich die Karten auf den Tisch. Die diskutierten Varianten gehören nicht ins Hinterzimmer. Sie müssen öffentlich vorgestellt und mit denjenigen besprochen werden, die davon unmittelbar betroffen wären: mit den Kleingärtnerinnen und Kleingärtnern.
Eine so wichtige Entscheidung darf nicht über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen werden. Offen informieren, ehrlich über Zielkonflikte sprechen und Betroffene frühzeitig einzubeziehen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Und als Oberbürgermeister wäre genau das eine meiner ersten Aufgaben.
Vielen Dank an alle drei Vereine für die offenen Gespräche, die Gastfreundschaft und die vielen Eindrücke heute.